Haltepunkt Wolkenau

Die Beschäftigten des Holzhandels sollen natürlich auch auf dem Schienenweg zur Arbeit kommen können. Beim Vorbild des Holzhandels dient dazu der Bahnhof Pinneberg, der aber trotz der bescheidenen Ausmaße für meine Zwecke viel zu groß wäre. Mein Holzhandelssegment hat lediglich Platz für eine kleinen beschaulichen Haltepunkt am Ende einer Nebenbahn. Hier soll ein Schienenbus verkehren und die Werktätigen befördern.

Ein kurzer Schüttbahnsteig von 30m Länge soll das Aussteigen erleichtern. Hergestellt wurde die Bahnsteigkante aus alten Doppel-T-Trägern und ausrangierten Schwellen. Im Modell diente mir dazu eher frisches Material: Die Träger sind aus Polystyrol und wurden in kleine Bohrlöcher im korrekten Abstand zur Gleismitte versenkt. Dazwischen kamen passen abgelängte Holzleisten.

Bahnsteigkante

Die Holzleisten passen so exakt in die Profile, dass ein Verkleben überflüssig ist.

Die Fläche des Schüttbahnsteigs soll ausreichend groß bemessen sein, so dass auch noch ein Wartehäuschen bzw. ein kleines Empfangsgebäude darauf Platz finden kann. Als Untergrund verwendete ich übrig gebliebene Trittschalldämmung.

Schüttbahnsteig

Bei der Wahl des EG bin ich zunächst auf den Bahnhof Deinste gekommen. Das Gebäude war mit schon länger ein Begriff, da sich die MiniMax-Modellbahngruppe diesem verbunden fühlt und auch dort ihre Module präsentierten. Als nun im Jahr 2017 das Gebäude bei Auhagen in’s H0-Sortiment kam, musste ich das Modell sofort bestellen und bauen. Es ist wirklich hübsch geworden:

Stellprobe EG Deinste

So schön das Modell auch ist – für meine Zwecke ist es leider etwas überdimensioniert. Bestimmt findet sich später nochmal ein schöner Platz dafür.

Es blieb dann doch wieder nur der Selbstbau. Zunächst musste aber noch ein wenig Recherche im Internet erfolgen, bei der ich aber nur sehr wenige Bilder solch kleiner Gebäude finden konnte. Das Wartehäuschen, dass mir im Kopf herum schwebte hat daher kein konkretes Vorbild.

Die Basis bilden Platten und Profile aus Polystyrol. Das Häuschen soll einen Warteraum für die Fahrgäste bieten und daneben noch Toiletten (kleineres Fenster auf der rechten Seite).

Wände aus Polystyrol

Erste Lackierversuche mit weißer Acrylfarbe hatten mich nicht überzeugt. Eine Rauhputzfassade war eigentlich mein Ziel, aber wie sollte ich diese herstellen?

Ich habe schließlich eine Farbschicht mit der Airbrush auf die Fassade gebracht und unmittelbar danach feinsten Quarzsand drauf gestreut. Es bleibt eine sehr feine Körnung haften, die ich mit mehreren Schichten Farbe abgedeckt habe.

Rauputz aus Quarzsand

Das Pultdach sollte eine Holzkonstruktion werden, bei der man die tragenden Balken an der Front gut erkennen kann. Also warum nicht einfach das ganze so herstellen, wie es auch wirken soll – aus Holz.

Holzdach

Nach dem ersten Farbauftrag mit einer Lasur musste ich leider noch den üppigen Umgang mit dem Holzleim korrigieren.

Auf der Dachfläche wurde noch Dachpappe aufgebracht, wofür wieder einmal sehr feines Sandpapier verwendet wurde. Die feinen Streifen wurden mit einer Überlappung von einem Millimeter aufgeklebt.

Aufkleben der Dachpappe

Das einzige, was ich an dem Häuschen doch lieber nicht selbst gebaut habe, sind die Fenster und Türen. Diese fand ich noch in der Bastelkiste und sie erhielten einen grünen Anstrich für mehr Kontrast zur weißen Fassade.

Wartehäuschen Wolkenau

Hinter dem Klofenster ist für die Diskretion schon mal eine Gardine angebracht worden.

Wartehäuschen Wolkenau

Der Untergrund des Schüttbahnsteigs wurde zunächst mit Haftgrund stabilisiert und mit brauner Abtönfarbe vorbehandelt. Darauf wurde auf verdünnten Weißleim gesiebter Sand gestreut.

Für eine erste Stellprobe wurde das Wartehäuschen auf den Bahnsteig zusammen mit ein paar Pendlern gestellt:

Stellprobe Haltepunkt Wolkenau

Stellprobe Haltepunkt Wolkenau

Nun muss die Umgebung noch ausgestaltet werden, davon aber in einem anderen Artikel bald mehr.