Perspektiv-Diorama

Mit meiner Anlage Wolkingen samt dem Holzhandelsegmenten bin ich eigentlich ausgelastet und der Keller ist schon gut gefüllt. Und dennoch kann ich hier und da nicht wiederstehen, wenn sich ein neues Projekt aufdrängt. So ging es mir im letzten Herbst, als mir die MIBA-Spezial 118 in die Hände fiel: Der Artikel ‚Zwischen zwei Dimensionen‘ behandelt das Thema perspektivisch gebauter Dioramen. Die gezeigten Werke sind natürlich eine enorm hohe Messlatte, sollten aber nicht davor abschrecken, es auch zu versuchen.

Und so begann die Planung für ein Diorama mit den Abmessungen 90 x 80 cm mit dem Thema Stadtbahn. Vorbild soll die Stadtbahn in Hamburg sein, die sich vom Hamburger Hauptbahnhof nach Altona schlängelt.

Zunächst begann die Recherche vor Ort. Ein kleiner Streifzug durch die Schanze und durch Altona lieferten jede Menge Fotos von schönen Stadthäusern und Bahnbrücken. Die Szene, die ich vor meinen Augen hatte, habe ich dort aber nicht exakt gefunden. Und so fiel die Entscheidung, es doch etwas freier an das Vorbild anzulehnen.

In meinem Diorama wird demnach eine zweigleisige Stadtbahn über eine Brücke führen, und zwar im Maßstab 1:87. Diese Stadtbahn fährt quer durch das Diorama und wird von 3-geschössigen Stadthäusern und einer Straßenkreuzung eingerahmt.

 

Stellprobe – Luftbild

Auf dem Bild ist die erste Stellprobe dieser Szene zu sehen. Die Blickrichtung wird von der rechten Seite durch einen Bilderrahmen erfolgen. Die Perspektive läuft von dort auf einen Fluchtpunkt in 135 cm Entfernung zu.

Damit die perspektivische Wirkung sich voll entfalten kann, müssen alle Teile des Dioramas auf diesen Fluchtpunkt zulaufen: Die Straße und die Häuserfassaden. An der vorderen Kante der Anlage wird der Maßstab 1:55 erreicht, der sich bis zum Hintergrund auf 1:160 verjüngt.

Die Häuser müssen nun also alle individuell erstellt werden. Erste Versuche habe ich mit Architekturkartons und kaschierten Foamboards unternommen. Mit dem Cutter lassen sich daraus echte Kunstwerke erstellen. Doch dann fiel mein Blick auf eine CNC-Fräse für den Modellbau: Artikel CNC-Fräse im Modellbau

Doch bevor ist mich an den Bau der Häuser gemacht habe, kamen folgende Themen dran:

  • Brückenkopf aufbauen
  • Pflaster aus Gips herstellen

(Hierzu folgen bald entsprechende Artikel.)

Hausbau

Nun startete der individuelle Hausbau: Nach der Recherche in Hamburg habe ich mich noch in die Heimatstadt meiner Eltern aufgemacht – Flensburg. Dort fand ich ein paar sehr schöne Stadthäuser, die mit ihren Ausmaßen recht gut auf die MoBa passen.

Die Fassade meines ersten Hauses entstand aus 3mm starken Forex-Hartschaumplatten. Diese lassen sich hervorragend fräsen und sich sehr stabil. Das Vorbildfoto habe ich auf drei Stockwerke plus Giebel reduziert und in Corel Draw als 2D-Modell nachgezeichnet.

Hausbau in Corel Draw

Die Fassade hat eine sehr schöne Tiefe, die ich durch zwei aufeinander geklebte Forex-Platten umgesetzt habe.

Fräsarbeiten – Fassade

Die Fenster sind aus einer Polystyrol-Platte mit 1mm Stärke gefräst. Die zu öffnenden Elemente sind durch eine Nut von 0,3mm angedeutet.

Fräsarbeiten – Fenster

Die Fenster wurden mit Revell Aqua Color Holzbraun gestrichen und hinter die Fassade geklebt. Eine erste Stellprobe der Fassade an der geplanten Stelle zeigt schon recht eindrücklich die Wirkung.

Stellprobe Fassade

 

Detail – 2. Obergeschoss

Bald mehr an dieser Stelle!